Kreditkarten

Die rasante Entwicklung der Kreditkarten zum internationalen Zahlungsmittel

Kreditkarten als Zahlungsmittel für den bargeldlosen Einkauf wurden in den 1950er Jahren in den USA erfunden. Die Rolle des Pioniers übernahm damals das Unternehmen Diners Club, das 1950 die erste Kreditkarte auf den Markt brachte. Im bescheidenen Rahmen: Karteninhabern stand die Diners Club ausschließlich zum Bezahlen in knapp zwei Dutzend New Yorker Restaurants zur Verfügung. Nur wenige Jahre später stiegen American Express und die Bank of America mit den Vorläufern der VISA und MasterCard in das neue Business mit dem Plastikgeld ein. Heute sind die amerikanischen Gründungsfirmen beinahe überall auf der Marktführer. Ihre Kreditkarten werden von allen großen Geldinstituten auf der ganzen Welt in Millionenauflagen ausgegeben und gelten als wichtigstes internationales Zahlungsmittel. Die Umsätze, die jedes Jahr über diese Kreditkarten realisiert werden, bewegen sich inzwischen im Billionenbereich, Tendenz steigend.

Verschiedene Kreditkarten für unterschiedliche Einsatzzwecke

Kreditkarten dienen dabei längst nicht mehr nur zum bargeldlosen Bezahlen im Geschäft oder zur Legitimierung für Reservierungen von Hotelzimmern und Mietwagen. Viemehr übernehmen sie als Zahlungsmittel im Internet oder als virtuelle Kreditkarten für den Online-Bezahlvorgang eine zentrale Rolle für die Entwicklung des e-Commerce. Mit der Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten haben die Anbieter inzwischen eine Vielzahl verschiedener Kreditkarten mit unterschiedlichen Funktionen auf den Markt gebracht. Im Folgenden zeigen wir, welche Arten von Kreditkarten es heute gibt, in welchen Merkmalen sie sich unterscheiden und wie sich die richtige Kreditkarte für den persönlichen Bedarf finden lässt.

Die klassischen Kreditkarten werden monatlich abgerechnet

Anders als in den USA, wo Verbraucher mitunter Dutzende von Kreditkarten haben und damit Waren und Dienstleistungen oft sogar ohne fixes Limit auf Raten kaufen können, wurden Kreditkarten in Europa klassischerweise ohne echte Kreditfunktion und je nach Einkommen des Karteninhabers mit unterschiedlichen Höchstlimits ausgegeben. Bei solchen Kreditkarten rechnet die ausgebende Bank oder das Kreditunternehmen am Ende des Monats ab, und das Kreditkartenkonto muss über das Girokonto ausgeglichen werden. Den zinsfreien Kredit, mit dem viele Anbieter werben, gibt es also nur bis zu maximal einunddreißig Tagen. Wird die Kreditkarte als Debitkarte geführt, erfolgt die Belastung des Kreditkartenkontos sofort nach dem Karteneinsatz.

Kreditkarten mit Ratenzahlungsfunktion

Insbesondere die ausgebenden Banken sind inzwischen auch in Europa dazu übergangen, neben klassischen Kreditkarten zugleich solche mit echter Kreditfunktion anzubieten. Der Karteninhaber hat die Wahl, ob er am Ende des Monats sein Kreditkartenkonto ausgleicht oder den gebuchten Betrag in monatlichen Raten wie einen Privatkredit bedient. Der Vorteil der Kreditkarten mit so genanntem Revolving Kredit: Kunden sind finanziell flexibler. Kreditkarten mit Ratenzahlungsfunktion können daher eine Alternative zum Privatkredit oder Kleinkredit sein. Ob der eingeräumte Kredit auch Zinsvorteile gegenüber herkömmlichen Ratenkrediten bringt, diese Frage lässt sich nicht so eindeutig beantworten. Hier hilft ein Blick in unseren Kreditvergleich zum Thema Privatkredit, in dem sich die Zinskonditionen der unterschiedlichen Kredite am besten gegenüberstellen lassen.

Kreditkarten mit unterschiedlichen Limits

Ob klassische Kreditkarte oder Kreditkarte mit Ratenzahlungsoption, ganz gleich für welches Modell sich der Kunde entscheidet, er kann seine Karte im Alltag nur bis zu einer gewissen Ausgabengrenze oder innerhalb eines zuvor festgelegten Kreditrahmens belasten. Um den individuellen Einkommensverhältnissen gerecht zu werden, bieten die Banken allerdings Karten mit unterschiedlich definierten Limits an. Bei entsprechender Zahlungskraft geben die Kreditinstitute silberne, goldene oder Platin-Kreditkarten aus. Da Kreditkarten mit höheren Limits in der Regel mit mehr Kosten verbunden sind, sollten sich Verbraucher vor der Entscheidung für eine Kreditkarte überlegen, in welchem Umfang sie ihre Kreditkarte tatsächlich einsetzen werden.

Kreditkarten mit Sonderfunktionen

Insbesondere bei den Kreditkarten mit höheren Limits und den von Dienstleistern angebotenen so genannten Co-Branding Kreditkarten bieten die Herausgeber Sonderleistungen mit ihren Kreditkarten an. Dazu können etwa inbegriffene Reiseversicherungen gehören oder Einkaufsbonuspunkte, die ab einer bestimmten Höhe beim Einsatz der Kreditkarte von Handelspartnern als Rabatte berechnet werden. Kreditkarten mit Sonderfunktionen sind vor allem für Verbraucher sinnvoll, die ihre Karte regelmäßig als Stammkunde bei bestimmten Unternehmen einsetzen. Da für Kreditkarten mit Sonderfunktionen oft höhere Jahresgebühren berechnet werden, sollten sich Verbraucher den Leistungsumfang des Kreditkartenpakets genau ansehen. Wer niemals fliegt, kann beispielsweise von angebotenen Bonusmeilen nicht profitieren.

Kreditkarten mit Prepaid-Funktionen

Bei Kreditkarten mit Prepaid-Funktion handelt es sich um eine relativ neue Form von Kreditkarten, die über ein reines Guthabenkonto abgerechnet werden. Konkret heißt das: Der Karteninhaber muss das Kreditkartenkonto von seinem Girokonto aus zunächst mit einem Guthaben füllen, um die Kreditkarte anschließend einsetzen zu können. Solche Kreditkarten mit Vorkasse (englisch prepaid) erlauben eine genaue Kostenkontrolle und werden auch an Kunden mit schlechter Bonität ausgegeben, da die Bank das Risiko eines Zahlungsausfalls minimiert. Kreditkarten mit Prepaid-Funktion sind vom Prinzip her eher Geldkarten und für den gelegentlichen Einsatz, für den Online-Einkauf oder für die Teilnahme bei Internet-Versteigerungen besonders geeignet.

Die Kosten für Kreditkarten

Viele Anbieter von Kreditkarten bieten ihre Produkte kostenlos an, etwa wenn zugleich ein Girokonto bei der herausgebenden Bank eröffnet oder ein Mindestumsatz mit der Kreditkarte erreicht wird. Ist das Angebot nicht kostenlos, fallen für Kreditkarten jährliche Gebühren an, deren Höhe meisten auch vom Limit der Kreditkarte abhängig ist. Kreditkarten mit hohem Limit und vielen Zusatzleistungen können daher teurer sein, als die klassische Kreditkarte in der Standardversion. Um die Kosten für ihre Kreditkarten möglichst gering zu halten, sollten sich Kunden daher vor der Entscheidung für eine Karte genau überlegen, wie sie diese im Alltag einsetzen wollen.

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