Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung als Vorsorge zum Erhalt des Lebensstandards

Depressionen, Bandscheibenschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, die Liste der Volkskrankheiten wird in den zivilisierten Gesellschaften immer länger – und die Betroffenen werden immer jünger. Um die Folgen zu mindern und den Erkrankten nach oder trotz einer anhaltenden Erkrankung ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen, leistet sich die Bundesrepublik eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit. Um dieses zu finanzieren, stehen private Krankenversicherungen und gesetzliche Krankenkassen bereit. Da im Ernstfall kaum jemand die Kosten für eine aufwändige und dringend notwendige Heilbehandlung aufbringen kann, müssen Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler verpflichtend eine Krankenversicherung abschließen. Worum sich der Staat aus finanziellen Gründen jedoch weniger kümmern kann: Wenn der Erwerbstätige auf Grund einer Erkrankung dauerhaft für das Arbeitsleben ausfällt und seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Genau das passiert laut der Statistiken der Gesundheitsbehörden pro Jahr fast 200.000 Bundesbürgern. An einem Schicksalsschlag kann niemand etwas ändern. Aber die rechtzeitige Vorsorge für den Fall der Fälle kann helfen, den finanziellen Schaden zu begrenzen und den gewohnten Lebensstandard wenigstens materiell zu erhalten. Mit der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung bieten die großen Versicherer in den Situationen Hilfe an, wo der Staat zwar mit Grundleistungen einspringt, diese womöglich jedoch nicht ausreichen würden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt zusätzlich zur staatlichen Rente

Attestiert der Vertrauensarzt die Erwerbsunfähigkeit, so hat der Betroffene grundsätzlich auch ohne eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine finanzielle Grundabsicherung. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt in diesem Fall eine Berufsunfähigkeitsrente. Seit dem Rentenreformgesetz des Jahres 2001 heißt diese jetzt allerdings Erwerbsminderungsrente. Ihre Bemessungsgrundlage schwankt je nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit. Erst bei einer einhundertprozentigen Erwerbsunfähigkeit stehen dem Betroffenen knapp 30 Prozent seines zuletzt gezahlten Bruttogehalts zu. Der Sozialverband VdK hat einmal ausgerechnet, wie hoch die Erwerbsminderungsrente im Durchschnitt ausfällt und ist zu dem Ergebnis gekommen: Es sind gut 700 Euro. Wer vorher gut verdiente, wird über diesen Betrag hinauskommen. Seinen gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten kann er mit einem um zwei Drittel reduzierten Einkommen dennoch nicht. War das Einkommen vor dem Eintritt der Erwerbsunfähigkeit eher gering, müssen Betroffene allerdings oft mehr, als ihren bisherigen Lebensstandard ändern. Ihnen bleibt unter Umständen nur, auf Ansprüche aus dem Arbeitslosengeld II oder aus dem Sozialhilferecht zurückzugreifen. Besteht hingegen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, so springt diese unabhängig vom vormaligen Verdienst in der Höhe ein, die zuvor vertraglich vereinbart wurde. Wichtig zu wissen: Die Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse bleiben davon unberührt. Denn das zusätzliche Geld aus der Berufsunfähigkeitsversicherung wird nicht als Zusatzverdienst auf die staatliche Erwerbsminderungsrente angerechnet.

Wo die Berufsunfähigkeitsversicherung mehr leistet als der Staat

Mit dem „Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit“ hat der Gesetzgeber im Jahr 2001 nicht nur die Begrifflichkeiten geändert, sondern auch die Hürden für eine Inanspruchnahme der staatlichen Leistungen erhöht. Nun heißt es, auch wer aus Krankheitsgründen seinen alten Beruf nicht mehr ausüben kann, dem könne zugemutet werden, in einen beliebigen anderen Arbeitsbereich zu wechseln. Eine staatliche Erwerbsminderungsrente gibt es dann nicht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kennt solche Verweise auf andere Berufe ebenfalls. Doch gibt es auch Versicherer, die auf diese so genannte Verweisungsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten. Sie gewähren einen Leistungsanspruch bereits dann, wenn festgestellt ist, dass der vorherige Beruf für die Dauer von mindestens einem halben Jahr nicht mehr ausgeübt werden kann. Da die Vertragsgestaltung der Berufsunfähigkeitsversicherung und damit die Versicherungsleistungen also durchaus variieren können, sollten die Konditionen der einzelnen Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen vor dem Abschluss einer solchen Versicherung sorgfältig geprüft werden. Unser Versicherungsvergleich erleichtert da den Überblick, indem er die wesentlichen Merkmale der verschiedenen Berufsunfähigkeitsversicherungen zusammenfasst und die Leistungsangebote vorstellt.

Die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Ähnlich wie bei der privaten Krankenversicherung richtet sich der monatliche Versicherungsbeitrag nach der individuellen Risikoeinschätzung, die das Versicherungsunternehmen für den Kunden zugrundelegt. Dabei spielt etwa sein ausgeübter Beruf eine wichtige Rolle. Generell gilt: Risikoberufsgruppen wie etwa Handwerker zahlen höhere Prämien als beispielsweise Verwaltungsangestellte, Auch das Alter beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung hat Auswirkungen auf die Prämienbemessung. Je länger der Zeitraum ist, für den die Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto höher der Beitrag. Und natürlich zahlt auch derjenige mehr Geld für seine Berufsunfähigkeitsversicherung, der darin eine hohe monatliche Rente für den Fall seiner Berufsunfähigkeit vereinbart. Prinzipiell ist die Rentenhöhe frei wählbar und kann so den finanziellen Möglichkeiten und späteren Bedürfnissen individuell angepasst werden. Auch der Zeitkorridor für die Berufsunfähigkeitsversicherung kann individuell vereinbart werden. Etwa für eine bestimmte Lebensphase oder aber bis zum Eintritt ins Rentenalter.

Worauf beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten ist

So unterschiedlich die persönlichen Anforderungen an den Leistungsumfang einer Berufsunfähigkeitsversicherung und so variabel damit auch die berechneten Versicherungsprämien, so vielfältig sind zugleich die Angebote der Versicherungsunternehmen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zum Billigtarif kann durchaus seriös sein, da die Versicherer immer wieder mit aktuellen Angeboten um Kunden werben. Wer aber eine wirklich leistungsfähige Berufsunfähigkeitsversicherung haben möchte, der sollte darauf achten, dass mit den Vertragskonditionen beispielsweise vereinbart wird,

  • dass die Berufsunfähigkeitsrente an den Inflationssatz angepasst wird
  • dass der Versicherer keine Therapiepflicht vorschreibt
  • dass der Versicherer nicht in einen anderen Beruf verweist
  • dass Leistungen auch rückwirkend erbracht werden müssen
  • dass der Versicherungsfall parallel zur gesetzlichen Regelung bereits nach sechsmonatiger Berufsunfähigkeit eintritt
  • dass der Versicherer die Leistung zeitlich unbefristet anerkennt
  • dass gemäß des neuen Renteneintrittsalters bis zu einem Alter von 67 Jahren
  • Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erbracht werden.

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