Haftpflichtversicherung

Ohne Haftpflichtversicherung kann der Schadenersatz teuer werden

Im Rahmen der Autoversicherung macht der Gesetzgeber den Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung aus gutem Grund zur Pflicht. Denn oft genug geht es nach einem Unfall um Schadensforderungen in einer Höhe, die kaum jemand aus eigener Tasche begleichen kann. Mit solchen Forderungen können jedoch genau so gut Radfahrer oder Fußgänger und generell alle Privatpersonen konfrontiert sein, die einen Schaden verursachen. Nach § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist dann jeder zur Schadenersatzleistung verpflichtet. Ist der Sachschaden hoch oder kommt gar ein Mensch zu Schaden, muss der Verursacher unter Umständen sein ganzes Leben lang finanziell für die Folgen einstehen. Sogar dann, wenn ihn keine persönliche Schuld trifft oder wenn die eigenen Kinder für den Schaden verantwortlich sind. Wenn selbst umsichtiges Verhalten nicht von der Schadenersatzpflicht befreit, gibt es nur eine Möglichkeit, sich und die Familie vor den unkalkulierbaren Risiken des Alltags zu schützen: die private Haftpflichtversicherung. Sie leistet umfassenden Schadenersatz bei allen Personen- und Sachschäden und wehrt als eine Form der Rechtsschutzversicherung zugleich unberechtigte Forderungen ab, die von Dritten erhoben werden.

In welchen Situationen die private Haftpflichtversicherung einspringt

Die private Haftpflichtversicherung tritt in allen privaten Lebensbereichen ein, wenn der Versicherte aus eigener Schuld oder Fahrlässigkeit einen Schaden zu verantworten hat. Ganz gleich, ob der Versicherungsnehmer als Radfahrer oder Fußgänger unterwegs ist, ob er sich im In- oder Ausland aufhält oder ob er in seiner Eigenschaft als Mieter oder Eigentümer einer Immobilie für einen Schaden in Haftung genommen werden kann. Die erweiterte Privathaftpflichtversicherung bietet nicht nur dem Versicherungsunternehmer selbst Schutz, sondern auch dem Ehepartner oder Lebensgefährten. Meistens lassen sich die Verträge zudem so gestalten, dass die Haftpflichtversicherung zugleich für die Kinder des Versicherten haftet. Auch wenn Kleintiere wie etwa Katzen mit im Haushalt leben und einen Schaden verursachen, kann der Versicherungsnehmer die dadurch entstehenden Kosten über die Privathaftpflichtversicherung begleichen lassen. Damit gehört die private Haftpflichtversicherung zu den umfassendsten Schadensversicherungen am Markt, deren Leistungen nur in klar definierten Ausnahmefällen verweigert werden können.

In welchen Situationen die private Haftpflichtversicherung nicht gilt

Die Haftpflichtversicherung tritt nicht ein, wenn der Geschädigte zur Familie des Versicherungsnehmers gehört und im selben Haushalt wohnt. Oder wenn ein Schaden im Rahmen eines in der Freizeit betriebenen Mannschaftssports verursacht wird. Auch Hunde- und Pferdehalter können keine Leistungen aus ihrer privaten Haftpflichtversicherung beanspruchen. Sie müssen eine eigene Tierhalterhaftpflicht Versicherung abschließen. Außerdem sind alle Schäden, die in Zusammenhang mit einer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit in verantwortlicher Position verursacht werden, nicht durch die private Haftpflichtversicherung gedeckt. In diesen Fällen springt statt dessen die Berufshaftpflicht- oder die Vereinshaftpflichtversicherung ein. Nicht versichert sind überdies Schäden, die an geliehenen oder gemieteten Sachen oder bei so genannten Gefälligkeitshandlungen wie beispielsweise bei der Umzugshilfe verursacht werden.

Den Leistungsumfang der privaten Haftpflichtversicherung vergleichen

Wie unser Versicherungsvergleich zeigt, unterscheiden sich die Tarife für die Privathaftpflichtversicherung von Anbieter zu Anbieter ganz erheblich. Das liegt daran, dass die Versicherer neben einem Grundschutz in die Verträge der privaten Haftpflichtversicherung oft ganz unterschiedliche Sonderleistungen aufnehmen. Entsprechend höher können dann die Tarife ausfallen. Daher sollte der Blick beim Versicherungsvergleich nicht nur dem günstigen Jahresbeitrag gelten, sondern auch den im Rahmen der Haftpflichtversicherung angebotenen Zusatzleistungen. Welche da sinnvoll sind, hängt ganz von der persönlichen Lebenssituation ab.

Im Versicherungsvergleich die passende Haftpflichtversicherung finden

Für Familien: Leben Kinder im Haushalt, ist es wichtig, dass die Haftpflichtversicherung auch für Kleinkinder haftet. Manche Versicherer zahlen nicht, wenn Kinder unter sieben Jahren oder Kinder unter zehn Jahren im Straßenverkehr einen Schaden verursachen, da sie in diesem Alter noch nicht schuldfähig sind. Bei den Sonderleistungen sollte deswegen darauf geachtet werden, dass dieser Altersauschluss nicht erfolgt, damit späterer Ärger vermieden wird. Sind die Kinder mitversichert, greift der Versicherungsschutz auch über das 18. Lebensjahr hinaus, wenn der Nachwuchs sich noch in der Ausbildung befindet.

Für Mieter: Wer zur Miete wohnt, sollte beim Versicherungsvergleich beachten, dass er eine Haftpflichtversicherung wählt, die für verlorengegangene Hausschlüssel haftet. Denn insbesondere in großen Wohnanlagen kann der dann notwendige Austausch der gesamten Schließanlage schnell einige tausend Euro kosten. Der Grundschutz der Haftpflichtversicherung umfasst jedoch immer Schäden, die an der gemieteten Immobilie selbst entstehen. Hier können allerdings Haftungssummen in unterschiedlicher Höhe vereinbart werden.

Für Eigentümer: Werden im selbst genutzten Eigenheim nur Zimmer oder eine kleine Einliegerwohnung vermietet, haftet die normale Privathaftpflichtversicherung, wenn ein Mieter im Haus etwa durch eine Stolperkante auf der Treppe zu Schaden kommt. Eigentümer, die mit Öl heizen, sollten darauf achten, dass ihre Haftpflichtversicherung durch undichte Öltanks entstehende Schäden abdeckt. Hingegen umfasst der Grundschutz der meisten Privathaftpflichtversicherungen Schäden, die durch häusliche Abwässer etwa bei Rohrverstopfungen entstehen.

Für Reisende: Die private Haftpflichtversicherung gilt bis zu einem Aufenthalt von drei Jahren in allen EU-Ländern. Wer in seinem Urlaub im Ausland eine Immobilie mietet und dort einen Schaden anrichtet, für den bieten manche Versicherer eine private Haftpflichtversicherung mit speziellem Auslandsschutz an.

Wechsel der Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung hat in der Regel eine Laufzeit von einem Jahr, und diese Frist verlängert sich stillschweigend. Günstigere Tarife gewähren manche Versicherer, wenn der Vertrag über mehrere Jahre abgeschlossen wird. Soll der Versicherungsvertrag gekündigt werden, muss der Versicherungsnehmer seine private Haftpflichtversicherung mindestens drei Monate vor Ablauf der jeweiligen Vertragsdauer schriftlich bei seinem Versicherer kündigen.

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